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Wohnungsnot senkt Steuerquot´?

Zimmermann-Brase_Martina

 

Es hat sich herumgesprochen, dass in Deutschland Wohnungen fehlen, in den Ballungsgebieten mehr, in ganz ländlichen Gegenden eher weniger.

Der Wohnungsnotstand ist so groß, dass der Gesetzgeber sich zum ersten Mal seit Jahrzehnten genötigt sah, eine neue besondere Abschreibungsvorschrift zu kreieren, die nur dann greift, wenn neuer, bisher nicht vorhandener Wohnraum zur Vermietung geschaffen wird. Entgegen den ursprünglichen Überlegungen gilt die Sonderabschreibung bundesweit, nicht nur in den Ballungszentren und es gibt auch Konstellationen, bei denen diese Förderung auch in der EU gilt. Ob dies den Wohnraumsuchenden in Deutschland hilft?

Die Zeit drängt, neue Wohnungen werden rasch benötigt, deshalb gilt diese neue Abschreibungsmöglichkeit auch nur, wenn der Bauantrag nach dem 31.08.2018 und vor dem 01.01.2022 gestellt wird. Dabei ist es egal, wann das Objekt tatsächlich fertiggestellt wird, der Abschreibungszeitraum endet jedoch spätestens 2026.

Unter die Förderung in diesem Sinne fallen: Neubauten von Ein- und Zweifamilienhäuser oder Wohnblocks, Aufstockungen, Anbauten, Kellerausbauten, aber auch der Umbau von Büroraum in Wohnraum, wenn die übrigen Vorschriften eingehalten werden. Es muss sich  um eine abgeschlossene Wohnung mit selbständigem Zugang handeln, die Mindestgröße einer Wohnung ist mit 23 qm definiert und muss Küche, Bad oder Dusche und eine Toilette enthalten.

Entscheidend für die Förderung, die in einer erhöhten Abschreibung besteht, ist, dass die Anschaffungskosten 3.000 € nicht überschritten werden. Ziel des Gesetzgebers ist es, preiswerten Wohnraum zu fördern und eben nicht die Luxuswohnung. Die Kosten für das Grundstück und die der Außenanlagen bleiben hier außen vor, zählen also nicht in die 3.000 € Grenze. Aber einige weitere Kosten zählen mindestens anteilig zu den Anschaffungskosten, wie Grunderwerbsteuer, manche Notarkosten und die Maklergebühr.

Auch die nachträglichen Anschaffungskosten in den ersten drei Jahren nach Fertigstellung sind Anschaffungskosten im Sinne dieser Förderung. Deshalb gilt hier besondere Vorsicht, es wäre schade, wenn die Kosten von nachträglich angebrachten Markisen die Förderung kippen würden, weil dann die 3.000 € Grenze der Anschaffungskosten überschritten wird.

Und ganz wichtig:

Es muss 10 Jahre langfristig vermietet werden, das heißt im Umkehrschluss, dass kurzfristige Vermietungen ebenso ausscheiden wie die Vermietung als Ferienwohnung- Beträgt die Miete weniger als 2/3 der ortsüblichen Miete, scheidet eine Förderung ebenfalls aus.

Wie wird gerechnet:

Um das Ganze nicht zu einfach zu machen, ist zwar die Grenze für Anschaffungskosten 3.000 €, gefördert werden jedoch nur 2.000 €.

Beispiel

Bau eines Hauses mit drei Wohnungen in 2019, insgesamt 200 qm. Die Baukosten für Wohnraum betragen 500.00 € , die Fertigstellung ist 1.1.2020.Der Preis pro qm Wohnraum beträgt somit 2.500 €. Die Abschreibung für die ersten vier Jahre beträgt somit:

Lineare Abschreibung 2 % 10.000 €

Sonderabschreibung 5% 20.000 €

In den Jahren 2020 bis 2023 können also insgesamt 120.000 € abgeschrieben werden. Danach beläuft sich die Abschreibung auf 1,56 % von 500.000 € = 7.800.-€

Wenn Sie jedoch nicht 10 Jahre vermieten oder durch nachträgliche Anschaffungskosten die 3.000 € Grenze sprengen, wird die Sonderabschreibung zurückgefordert. Auch bei einem Verkauf des Objekts kann es unter gewissen Voraussetzungen dazu kommen, dass die Sonderabschreibung zurückbezahlt werden muss.

Alles in allem – die neue Sonderabschreibung ist sicherlich eine überlegenswerte Steuerersparnis, wenn Sie bauen oder kaufen möchten. Und es ist mit Hindernissen und Klippen verbunden, die umschifft werden müssen.

Deshalb ist eine Beratung bei Ihrem Steuerberater mit Ihren konkreten Zahlen unerläßlich.

Tipp: – Bauantrag rechtzeitig stellen

Baukostengrenze von 3000 Euro nicht überschreiben

10 Jahre entgeltlich langfristig vermieten

Viel Erfolg!

Gut zu wissen!

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Auswirkungen der Übungsleiterpauschale auf die Versicherungspflicht

Die Versicherungspflicht in der Sozialversicherung setzt die Erzielung von Arbeitsentgelt voraus.

Einnahmen von Übungsleiterinnen und -leitern sind bis zur Höhe von 2.400 € jährlich steuerfrei. Sie sind als steuerfreie Aufwandsentschädigungen und nicht als Arbeitsentgelt anzusehen. Damit sind sie auch sozialversicherungsfrei. Bis zu dieser Höhe spielt es keine Rolle, ob die Zahlung als Vergütung für eine abhängige oder eine selbstständige Tätigkeit geleistet wurde.

(Quelle: Urteil des Landessozialgerichts Baden‑Württemberg)

Wie beteilige ich das Finanzamt an meiner Reise?

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Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, an Dienstreisen an paar private Tage zu verlängern- doch was sagt das Finanzamt dazu? Reisen können inzwischen grundsätzlich in einen betrieblichen und einen privat veranlassten Bereich aufgeteilt werden. Damit dies funktioniert und das Finanzamt eine Aufteilung  auch anerkennt, sind einige Regeln zu beachten.

Die beruflichen Zeitanteile dürfen nicht von untergeordneter Bedeutung sein.Das Wochenende in München verbringen und am Freitag nachmittag mal kurz beim Kollegen in München vorbeischauen, das funktioniert nicht. Umgekehrt gilt jedoch auch:

Wenn der private Anteil der Reise weniger als 10 % hat, dann sind die Kosten vollumfänglich als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Die gemeinsamen Kosten – also die Kosten der Anreise, die Hotelkosten, der Verpflegungsmehraufwand ist in einen beruflichen und privaten Anteil zu trennen.

Beispiel: Sie fliegen auf einen Congress in Chicago, dieser dauert von Montag bis Freitag und Sie hängen Samstag und Sonntag noch privat an und fliegen erst am Montag zurück-

Dann sind 2/7 der Flugkosten als privat zu erfassen und 5/7 der Reisekosten sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Bei den Hotelkosten gilt entsprechendes.

Etwas anderes gilt, wenn sich während der Dienstreise ungeplant freie Tage ergeben, auch wenn diese mit privaten Aktivitäten ausgefüllt werden. Die Kosten hierfür bleiben dienstlich/betrieblich veranlasst.Die Kosten für den mitgenommenen Partner sind in keinem Fall als Betriebsausgaben abzugsfähig- und es ist hier besonders wichtig, die Kosten zu trennen. Weder der Arbeitgeber noch das Finanzamt übernimmt die Kosten für das Doppelzimmer, deshalb ist ein Vergleichsangebot, was ein Einzelzimmer gekostet hätte immer sinnvoll.

Ganz wichtig: in diesem Bereich ist der Steuerzahler in der Nachweispflicht. Sie müssen also konkrete Nachweise für die dienstliche/betriebliche Veranlassung erbringen. Bloße Erläuterungen reichen hier nicht aus. Bitte legen Sie deshalb alle erforderlichen Belege vor, notfalls auch Eigenbelege, die mit Betrag und Datum erfasst werden.

 

 

Baukindergeld – so geht´s

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Wohneigentum

Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren können seit September 2018 Baukindergeld beantragen. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von bis zu 75.000 EUR pro Jahr und 15.000 EUR pro Kind. Bei einem Kind beträgt somit das maximale zu versteuernde Einkommen 90.000 EUR. Der Zuschuss beträgt 1.200 EUR pro Kind und Jahr und wird über 10 Jahre ausgezahlt. Somit erhält eine Familie mit 2 Kindern 24.000 EUR vom Staat. Mit jedem Kind erhöht sich der Zuschuss um 12.000 EUR. Gewährt wird das Baukindergeld rückwirkend ab 1.1.2018. Voraussetzung ist eine Anschaffung von Neu- bzw. Bestandsimmnobilien in der Zeit vom 1.1.2018 bis 31.1.2020.

 

Antragsstellung

Anträge nimmt ausschließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entgegen. Die Anträge können nur online gestellt werden unter: www.kfw.de

Die Antragsfrist beträgt 3 Monate nach Einzug in die Wohnung.