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Lieferscheine aufbewahren ? Wenn ja wie lange?

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Manchmal tut sich auch was positives in der Gesetzgebung.  Rückwirkend zum 01.01.2017 verkürzten sich die steuerlichen Aufbewahrungsfristen von Lieferscheinen.

Bei empfangenen Lieferscheinen, die keine Buchungsbelege sind, endet die Aufbewahrungsfrist mit dem Erhalt der Rechnung.

Für abgesandte Lieferscheine, die keine Buchungsbelege sind, endet die Aufbewahrungsfrist mit dem Versand der Rechnung.

Bislang waren Lieferscheine auch dann aufzubewahren, wenn sich die Angaben aus den Rechnungen ergeben. Die Aufbewahrungspflicht beträgt (gemäß § 147 Abs. 3 Satz 1 AO) sechs Jahre bzw. zehn Jahre, wenn die Lieferscheine als Buchungsbeleg verwendet werden. Künftig  wird auf die Aufbewahrung von Lieferscheinen verzichtet , wenn deren Inhalt eingangs- bzw. ausgangsseitig durch die entsprechende Rechnung dokumentiert ist.

Zu beachten ist, dass eine erstmalige Anwendung der neuen Aufbewahrungsfristen auf Lieferscheine erfolgt, deren Aufbewahrungspflicht nach der bislang geltenden Regelung bis zum 31.12.2016 noch nicht abgelaufen ist

Tipp:

Erfolgt bei den Rechnungsangaben ein Verweis auf Lieferscheine, sind diese Bestandteil der Rechnung und somit auch künftig 10 Jahre aufzubewahren.

 

Steuerklasse 3/5 oder 4/4 ?

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Eine Hochzeit bringt Ehepaaren steuerliche Vorteile. Diese können durch die richtige Wahl der Steuerklassen erreicht werden.

Die wichtigsten Fakten:

  • Beide Ehepartner erhalten nach der Hochzeit automatisch die Steuerklasse 4
  • Sie können schriftlich eine andere Steuerklassenkombination beantragen
  • Möglich sind die weiteren Kombinationen 3/5 oder 4/4 mit Faktor
  • Die Steuerklassen können Sie einmal im Jahr wechseln

Mögliche Steuerklassenkombinationen für Ehepaare:

  • Steuerklassen 4 und 4
  • Steuerklassen 3 und 5
  • Steuerklassen 4 und 4 mit Faktor

Dann sollten Sie 4/4 wählen:

Beide Ehepartner verdienen etwa gleich Die Differenz des Gehalts ist kleiner als 10%, beide Partner erhalten die gleichen Abzüge,  vergleichbar mit Steuerklasse 1

Dann sollten Sie 3/5 wählen:

Beide Ehepartner verdienen unterschiedlich viel, einer der Eheleute verdient ca. 60 % des gemeinsamen Einkommens und der andere ca. 40% oder die Einkommen gehen noch weiter auseinander. Dann wählt die besserverdienende Person  die Steuerklasse 3.

4 / 4 mit Faktor ist dann optimal:

Das Ehepaar verdient nicht gleich viel, die Gehaltsdifferenz ist jedoch nicht so groß, dass die Variante 3 / 5 Sinn macht.Folge: Jeder Partner zahlt in etwa nur den prozentualen Anteil an Steuern, den er selbst zum Einkommen beisteuert.

  • Wichtig: Am Ende des Jahres ist die Steuer immer dieselbe, egal welche Steuerklasse Sie unterjährig wählen. Es handelt sich immer nur um Vorauszahlung auf die endgültig im Steuerbescheid zu ermittelnde Steuer.  Sie können als nicht wirklich etwas falsch machen, egal, welche Steuerklasse Sie wählen.

Kleinbetragsrechnungen bis 250 €

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die Grenze für Kleinbetragsrechnungen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist rückwirkend von 150 auf 250 € erhöht worden.  Das bedeutet, dass bis zu 250 € nicht mehr der vollständige Name und vollständige Anschrift des Rechnungsempfängers erhalten sein muss. in der Vergangenheit war dies vor allem bei Bewirtungsbelegen  und unter Umständen bei Tankbelegen zum Problem geworden.  Diese Regelung gilt rückwirkend ab dem 1.1.2017

Ab und zu gibt es wirklich noch echte Vereinfachungen

 

Abzugsfähigkeit von Schuldgeldzahlungen

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Abzugsfähigkeit von Schulgeldzahlungen an andere Einrichtungen

Schulgeldzahlungen können in der Einkommensteuer  abzugsfähig sein. Vorausetzung hierfür ist, dass die Schule in freier Trägerschaft betrieben oder überwiegend privat finanziert wird und zu einem durch die zuständige Behörde (z. B. Landesministerium oder Kultusministerkonferenz der Länder) anerkannten Abschluss oder dem einer öffentlichen Schule gleichwertig anerkannten Abschluss führt.

Auch andere Einrichtungen, die lediglich auf einen anerkannten Abschluss vorbereiten, sind begünstigt. Die Finanzverwaltung muss daher prüfen, ob die Schule auf einen anerkannten Abschluss vorbereitet. Letztendlich kann dies die Finanzverwaltung nicht leisten. Deshalb darf sich die Verwaltung an die zuständige Schulbehörde richten und deren Einschätzung bei der Entscheidung berücksichtigen.