Kurzarbeitergeld wegen Corona- wie beantragen?

Zimmermann-Brase_Martina

 

Voraussetzungen:

  • es muss Arbeitsausfall verbunden mit Entgeltausfall vorliegen
  • der Arbeitsausfall muss min. 10 % der Betroffenen betragen
  • Urlaubsansprüche vom Vorjahr und Überstundenkonten müssen zunächst abgebaut werden.

 

Zur Belegschaft gehören alle nicht gekündigte und sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter.

 

Wenn Sie tarifgebunden sind, muss man zunächt schauen, was der Tarifvertrag vorsieht. Wenn nicht, muss der Betriebsrat entscheiden. Wenn es keinen Tarifvertrag und keinen Betriebsrat gibt, muss man die Mitarbeiter über Kurzarbeit informieren und deren Einverständnis einholen.

Wir empfehlen dies schriftlich zu tun!

Vorgehensweise, wenn Kurzarbeit nicht vermeidbar ist:

 

  • Anzeige bei der Arbeitsagentur für Arbeit (kann online über “meine E-Services” beantragt werden – hat den Charme, dass Sie den Stand online verfolgen können)
  • Wenn Sie es manuell machen möchten, können Sie die Formulare auf der Homepage der Arbeitsagentur downloaden
  • Die Fachabteilung der Arbeitsagentur meldet sich bei Ihnen und möchte evtl. Nachweise über den Arbeitsausfall sehen.
  • Die Bewilligung erfolgt für max. 12 Monate
  • Sie teilen uns mit, an welchen Tagen welche Mitarbeiter nicht arbeiten konnten.
  • Wir erstellen die Lohnabrechnung, Sie zahlen das Gehalt zzgl. KUG Stunden an den AN aus.
  • Wir erstellen den Leistungsantrag für Arbeitsagentur und Sie bekommen das Kurzarbeitergeld erstattet.
  • Auch die Sozialversicherungsbeiträge, die Sie bei Kurzarbeit zu zahlen haben, werden in voller Höhe durch das Arbeitsamt erstattet (ab März 2020).

 

Sonstige Infos

  • Kurzarbeit beträgt für Beschäftigte mit Kindern (mit Kinderfreibetrag) 67 % und alle anderen 60 % vom Nettoentgelt
  • Die Erstanzeige muss spätestens am letzten Tag des Monats eingehen, für den der Fall eintritt
  • Nach 3 Monaten ohne Kurzarbeit muss eine neue Anzeige getätigt werden
  • Zum Abschluss des Leistungszeitraums erfolgt eine Abschlussprüfung durch die Arbeitsagentur

Was ändert sich konkret für die Steuererklärung 2019

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Sonderausgaben:

  •  Die Daten der Krankenkassen werden den Finanzämtern nun vollautomatisch, das heißt ohne Einwilligung des Betroffenen, die bisher notwendig war, eingespielt.
  • Konkrete Bonuszahlungen der Krankenkassen sind keine erstatteten Krankenkassenbeiträge. Sie kürzen deshalb nicht die Höhe der abzugsfähigen Beiträge

Außergewöhnliche Belastungen:

  • Der Unterhaltshöchstfreibetrag beträgt  9168 €, der volle Kinderfreibetrag 4980 €
  • Die Kosten für eine Bio Resonanz Therapie sind nunmehr-  höchstrichterlich entschieden- nicht abzugsfähig. Nach Auffassung des Gerichts und  der Finanzverwaltung handelt es sich hierbei nicht um eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungstherapie.

Kinder

  • Das Kindergeld wird nunmehr (bereits seit 1. Januar 2018) nur noch rückwirkend für sechs Monate ausbezahlt.

Allgemeines:

Die Einnahmen aus kurzfristige Vermietung über Internetplattforen werden jetzt konkret abgefragt ebenso die die Zinseinnahmen aus Prozeßzinsen.

Aus meiner Sicht ist hier zu erwarten, dass die Finanzverwaltung hier eigene Recherchen anstellt.