Wie beteilige ich das Finanzamt an meiner Reise?

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Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, an Dienstreisen an paar private Tage zu verlängern- doch was sagt das Finanzamt dazu? Reisen können inzwischen grundsätzlich in einen betrieblichen und einen privat veranlassten Bereich aufgeteilt werden. Damit dies funktioniert und das Finanzamt eine Aufteilung  auch anerkennt, sind einige Regeln zu beachten.

Die beruflichen Zeitanteile dürfen nicht von untergeordneter Bedeutung sein.Das Wochenende in München verbringen und am Freitag nachmittag mal kurz beim Kollegen in München vorbeischauen, das funktioniert nicht. Umgekehrt gilt jedoch auch:

Wenn der private Anteil der Reise weniger als 10 % hat, dann sind die Kosten vollumfänglich als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Die gemeinsamen Kosten – also die Kosten der Anreise, die Hotelkosten, der Verpflegungsmehraufwand ist in einen beruflichen und privaten Anteil zu trennen.

Beispiel: Sie fliegen auf einen Congress in Chicago, dieser dauert von Montag bis Freitag und Sie hängen Samstag und Sonntag noch privat an und fliegen erst am Montag zurück-

Dann sind 2/7 der Flugkosten als privat zu erfassen und 5/7 der Reisekosten sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Bei den Hotelkosten gilt entsprechendes.

Etwas anderes gilt, wenn sich während der Dienstreise ungeplant freie Tage ergeben, auch wenn diese mit privaten Aktivitäten ausgefüllt werden. Die Kosten hierfür bleiben dienstlich/betrieblich veranlasst.Die Kosten für den mitgenommenen Partner sind in keinem Fall als Betriebsausgaben abzugsfähig- und es ist hier besonders wichtig, die Kosten zu trennen. Weder der Arbeitgeber noch das Finanzamt übernimmt die Kosten für das Doppelzimmer, deshalb ist ein Vergleichsangebot, was ein Einzelzimmer gekostet hätte immer sinnvoll.

Ganz wichtig: in diesem Bereich ist der Steuerzahler in der Nachweispflicht. Sie müssen also konkrete Nachweise für die dienstliche/betriebliche Veranlassung erbringen. Bloße Erläuterungen reichen hier nicht aus. Bitte legen Sie deshalb alle erforderlichen Belege vor, notfalls auch Eigenbelege, die mit Betrag und Datum erfasst werden.

 

 

Baukindergeld – so geht´s

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Wohneigentum

Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren können seit September 2018 Baukindergeld beantragen. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von bis zu 75.000 EUR pro Jahr und 15.000 EUR pro Kind. Bei einem Kind beträgt somit das maximale zu versteuernde Einkommen 90.000 EUR. Der Zuschuss beträgt 1.200 EUR pro Kind und Jahr und wird über 10 Jahre ausgezahlt. Somit erhält eine Familie mit 2 Kindern 24.000 EUR vom Staat. Mit jedem Kind erhöht sich der Zuschuss um 12.000 EUR. Gewährt wird das Baukindergeld rückwirkend ab 1.1.2018. Voraussetzung ist eine Anschaffung von Neu- bzw. Bestandsimmnobilien in der Zeit vom 1.1.2018 bis 31.1.2020.

 

Antragsstellung

Anträge nimmt ausschließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entgegen. Die Anträge können nur online gestellt werden unter: www.kfw.de

Die Antragsfrist beträgt 3 Monate nach Einzug in die Wohnung.

Wissenswertes rund um eine Betriebsprüfung

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in der Regel meldet sich der Prüfer telefonisch an. Mit der Bekanntgabe der Prüfungsanordnung ist die Möglichkeit der Selbstanzeige beendet.

Was sollten Sie hierbei beachten:

Unterlagen (Belege, Bücher, Abschlüsse) bereit legen und sichten. Private Unterlagen zunächst separieren.

  1. Schwachstellen der Prüfungsjahre erkunden und für entdeckte Schwachstellen Antworten beziehungsweise Argumente vordenken. Rechtslage prüfen und strafrechtliche Konsequenzen werten.
  2. Bei der Prüfung in den Geschäftsräumen sollte ein ruhiger Raum bereitgestellt werden, in dem der Prüfer allein sitzt, die Steuerakten vor den Augen der Mitarbeiter sicher sind und Gespräche nicht mit angehört werden können.
  3. Bestimmen Sie eine Person Ihres Vertrauens zur Auskunftsperson. Bitte sprechen Sie das Verhalten gegenüber dem Prüfer klar ab.
  4. Stellen Sie eine Versorgung mit Kaffee und Wasser sicher. Setzen Sie den Prüfer nicht in ein zugiges Treppenhaus. Er wird sich zu rächen wissen.
  5. Nehmen Sie unbedingt am Einführungsgespräch teil. Dies ist eine wichtige Kontaktphase. Sie können dadurch den Prüfer kennenlernen und etwas besser einschätzen.
  6. Besprechen Sie die Prüfungsabläufe zeitlich und sachlich und erfragen Sie auch die Dauer der Prüfung. Sie dürfen auf eine Antwort bestehen, denn auch Sie müssen planen können.
  7. Geben Sie dem Prüfer nur, was er auch fordern darf. Gestehen Sie ihm keine Selbstbedienung zu.
  8. Bitte lassen Sie den Prüfer nicht selbst kopieren. Dies muss über die Auskunftsperson geschehen. Sie müssen einen Überblick darüber behalten, was kopiert wird, denn daraus wird Kontrollmaterial erstellt. Möglicherweise möchten Sie auch einen Geschäftspartner darüber informieren, dass Kontrollmaterial erstellt wurde.

Unsere Empfehlung: Erstellen Sie Doppelkopien!

 

Sind Sie bitte bei Gesprächen und Fragen vorsichtig. Prüfer stellen nicht immer klare Fragen, wenn sie etwas wissen wollen. Manchmal tun sie so, als ob sie es wüssten und warten nur auf die Bestätigung. Im Zweifel äußern Sie sich bitte dahingehend, dass Sie das noch mal nachschauen müssen.

 

Der Prüfer darf den Betrieb besichtigen, jedoch nicht alleine und nicht eigenmächtig. Bitte informieren Sie Ihre Mitarbeiter über den Prüfer Rundgang. In der Regel wird der Prüfer die Mitarbeiter jedoch nicht ansprechen.

Händigen Sie angeforderte Unterlagen zügig aus. Verzögerung signalisiert dem Prüfer, es könne einen Grund geben, wenn etwas länger dauert als gedacht.

Provozieren Sie keinen Streit. „Klimaverschlechterungen“ schaden nur Ihnen allein. Eine sachliche und angenehme Atmosphäre ist die Voraussetzung für Kompromissbereitschaft und Einigung ohne Rechtsstreit. Das Steuerrecht bedarf der Einigung wie kein anderes Rechtsgebiet. Tragen Sie Differenzen sachlich aus und vermeiden Sie persönliche Angriffe. Wenn Sie dies alles beachten,  wird eine Prüfung ihren Schrecken verlieren.

Fahrtenbuch

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welche Anforderungen werden an ein  wirksames Fahrtenbuch gestellt:

ein Fahrtenbuch muss lückenlos und fehlerfrei sein, zeitnah geführt (innerhalb von sieben Tagen) Es muss das Datum einer jeden Fahrt eingetragen werden und der Kilometerstand am Anfang und Ende einer jeden einzelnen Fahrt Ist einzutragen. Bei betrieblichen Fahrten sind  daneben zusätzlich einzutragen: Startort, Reiseroute, vor allem bei Umwegen und das Reiseziel mit Ort, Straße und Hausnummer. Ebenso sind die auf gesuchten Geschäftspartner und der Reisegrund zu notieren. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genügt ein Abkürzungsvermerk. In letzter Zeit gibt es immer mehr elektronische Fahrtenbücher.  Entscheidend für die Wirksamkeit elektronischer Fahrtenbücher ist die Tatsache, dass diese binnen sieben Tagen gefüllt werden müssen, ansonsten vermerkt das Fahrtenbuch diese Fahrt automatisch als privat.  Nachträgliche Änderungen der Aufzeichnung  müssen ausgeschlossen sein oder dokumentiert sein,  sodass der ursprüngliche Eintrag lesbar bleibt. Excel Tabellen sind  aus diesem Grund keine elektronischen Fahrtenbücher,  die Änderungen sind hier nicht zwingend dokumentiert.

Ganz wichtig: innerhalb eines Wirtschaftsjahres darf die gewählte Methode, wie der Eigenverbrauch eines Fahrzeugs berechnet wird nicht geändert werden. Sie können also nicht unterjährig zwischen ein Prozent Regelung und Fahrtenbuch springen.